Abgestutzte Riesenkeule

Abgestutzte Riesenkeule

Die Abgestutzte Riesen- oder Herkuleskeule (Clavariadelphus truncatus) ist eine seltene, essbare Pilzart aus der Familie der Schweinsohrverwandten.

Sie bildet einzeln bis gesellig stehende, manchmal zusammengewachsene, nichtblättrige Fruchtkörper aus. Diese haben eine typische, am Scheitel deutlich abgeflachte bis eingedellte („abgestutzte“) Keulenform mit einem oft wulstig-gerunzelten Rand. Sie sind von außen gelb bis ockerorange. Zur Basis hin wird die Färbung etwas dunkler und kann ein Hauch von lila vorhanden sein, wobei weiter unten die Stielbasis selber hell ist. Die Oberfläche ist beim jungen Pilz glatt, wird jedoch später zunehmend runzelig. Der Pilz wird 5–11(–15) cm hoch und erreicht 2–5(–8) cm im Durchmesser. Das Fleisch ist weiß und fest, jedoch auch elastisch und zäh. Aufgeschnitten färbt es sich an der Luft braunrötlich, mit Kaliumhydroxid (KOH) färbt es sich (hell)rot, mit Eisen(II)-sulfat (FeSO4) grün. Das Fleisch schmeckt süßlich, mild, nach längerem Kauen oft bitter und riecht angenehm unauffällig.

Die Sporen werden an der Oberfläche des oberen Teils gebildet; der untere Teil ist steril. Das Sporenpulver ist weißlichgelb bis ockerfarben. Sie sind elliptoid, glatt und hyalin und messen 9–13 × 5–8 Mikrometer. Iodlösungen zeigen bei den Sporen keine Farbreaktion (inamyloid).

Sie wächst in Nadelwäldern in Mykorrhiza-Symbiose mit den Tannen.

Die Fruchtkörper wachsen zwischen August und November einzeln oder in kleinen Gruppen, nur vereinzelt erscheinen sie auch früher.

Die Abgestutzte Riesenkeule ist in Europa und Asien verbreitet und recht selten. Sie ist auf der polnischen Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdete Art geführt.

Aufgrund der typischen Form gilt die Art als schwer verwechselbar. Eine entfernte Ähnlichkeit besteht mit der ungenießbaren Zungen-Riesenkeule (Clavariadelphus ligula). Sie kommt nur in Nadelwäldern vor und schmeckt mild. Die ebenfalls ungenießbare Herkules-Riesenkeule (Clavariadelphus pistillaris) ist größer, häufiger und schmeckt oft bitter.

Er ist essbar, aufgrund seiner Seltenheit jedoch schonenswert und steht manchenorts unter Naturschutz.

Das Bild obliegt der Creative Commons Lizenz „CC-BY_SA 3.0“. Foto: Damon Brunette

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